Aktuelles Programm

Drei Mal im Jahr erscheint unser Veranstaltungsprogramm, das "Gelbe Info".


Meditationskreis „Achtsamkeit in Oldenburg e.V“

 

Normalerweise trifft sich unser Meditationskreis jeden Mittwochabend um 19.30 Uhr im Umwelthaus Oldenburg (PFL-Kulturzentrum, Peterstr. 3; Zugang über den kleinen Innenhof auf der PFL-Rückseite). Aber …

 

… während der Corona-Krise ist das nicht so ohne Weiteres möglich. Zurzeit (Stand . 10.1.02021) treffen wir uns nur digital. Zwei Personen treffen sich als "Host" im Umwelthaus; alle anderen können sich per "ZOOM" einwählen. Eine Teilnahme an den Gesprächen ist damit möglich. Die Zugangsdaten sind in unserer Netzseite www.achtsamkeit-in-ol.de zu finden, werden aber auf Wunsch gern zugeschickt.

 

!!Achtung: Ein Passwort ist nötig !! (wird auf Wunsch zugemailt) !! 

 

Für viele Abende sind die Themen für die Gespräche bereits gefunden; für weitere Abende werden sie kurzfristig ausgewählt.

 

!! Falls sich die Rahmenbedingungen ändern und eine physische Teilnahme (im Sommer 02020 galt das für 8 Personen) im Umwelthaus möglich ist, wird das auf unserer Netzseite veröffentlicht.

 



Gesprächsthemen des Meditationskreises:

 

5.5.02021: Perspektive und Demut (TSt)

14.7.02021: Humor und Akzeptanz (TSt)

 

Aus dem Artikel „Die acht Säulen der Freude“ von Noah Rasheta (Buddhismus Aktuell 2/21) lesen und besprechen wir je zwei Säulen.

 

12.5.02021: Mit Einsamkeit auskommen (SM)

 

Wir lesen und besprechen das „Sutra über den besseren Weg, mit Einsamkeit auszukommen“ in einer Version von David Viofora.

 

26.5. + 30.6. + 28.7. + 25.8.02021: Tee & Gespräch

 

Während wir ein vorbereitetes Getränk (z.B. Tee) trinken, sprechen wir über unsere Erfahrungen mit dem Leben und dem Meditieren.

 

2.6.02021: Auch dies geht vorbei (UN)

11.8.02021: Was ist Angst (UN)

 

Aus dem Buch „Die Kuh, die weinte“ von Ajahn Brahm lesen wir jeweils eine kurze Geschichte und sprechen darüber.

 

9.6.02021: Die fünf Gewissheiten (GF)

 

Aus dem Buch „Der Klang des Bodhibaums“ von Thich Nhat Hanh rezitieren und besprechen wir die fünf Gewissheiten.

 

16.6.02021: Das Sutra vom Großen Glück (AK)

 

Wir lesen und besprechen das Sutra vom Großen Glück.

 

23.6.02021: Der haarige Bodhisattva (SM)

 

Wir lesen und besprechen einen kurzen Text über das Erleben von Dharma und Unbeständigkeit mit Hunden.

 

 

7.7.02021: Krisen und Transformation (MF)

 

Wir sprechen über das in diesem Gelben Info abgedruckte Interview „Gemeinschaftlicher Wandel oder apokalyptische Krise?“

 

21.7.02021: Der Achtfache Pfad (AK)

 

Wir lesen und besprechen eine Version von Yoga Vidya.

 

4.8.02021: Schöne Ort und Momente (MF)

 

Am Beispiel des in diesem Gelben Info abgedruckten Gedichts „Lerchenstunde“ erinnern wir uns an schöne Orte und Momente unseres eigenen Lebens.

 


Ab 3. Mai 02021 jeden Montag von 18.00 - 19.00 Uhr:

Qigong im Schlossgarten

Inwieweit diese Übe-Stunde stattfinden kann, hängt von den Bedingungen im Umgang mit der Corona-Epidemie ab. Änderungen werden auf unserer Netzseite veröffentlicht.


Sonntag 18.Juli 02021:

Meditative Watt-Wanderung nach Minsener Oog

 9.00 Uhr ab Oldenburg; 16.00 Uhr an Oldenburg

Anmeldung bei Manfred (0441/8850040 - manfred-sagt-moinmoin@t-online.de)

Bild:  ©Theo Stenert
Bild: ©Theo Stenert

Gemeinschaftlicher Wandel oder apokalyptische Krise?

Die Menschheit taumelt von einer Krise in die nächste – das geht auch Buddhistinnen und Buddhisten und ihren Dachverband, die Deutsche Buddhistische Union (DBU), etwas an. Ein Interview mit Nils Clausen, Anna Karolina Brychcy und Manfred Folkers aus dem Rat der DBU.

 

BUDDHISMUS aktuell: Pandemien, ökologischer Raubbau, Verelendung breiter Bevölkerungsschichten weltweit, während einige wenige einen absurden Reichtum anhäufen – sollten wir diese Krisen als ursächlich zusammenhängend begreifen?

 

Anna Brychcy: Unbedingt, wir können diese Krisen nicht unabhängig voneinander betrachten, weder von ihrer Entstehung noch von ihrer Lösung her.

 

Manfred Folkers: Eine buddhistische Betrachtung des Daseins konstatiert die Verbundenheit aller Wesen und ihre Abhängigkeit von der Biosphäre der Erde. Wir alle sind Teil eines Bootes mit dem Namen „Zivilisation“, das in Richtung eines Orkans steuert, aber von sich aus nicht wenden kann. Ein solches Manöver gelingt nur, wenn es die Rudernden selbst vollziehen. Auf ihre Motive und Ziele kommt es an.

 

Buddhismus aktuell: Eure Anregung ist, dass die DBU sich die Auseinandersetzung mit der globalen Multi-Krise, vor allem aber mit dem notwendigen Wandel – wohin sollte es gehen und wie kann das gelingen? – in den Jahren 2021/2022 zum Schwerpunktthema setzt. Welchen Beitrag könnten Buddhistinnen und Buddhisten konkret leisten?

 

Manfred Folkers: Die Essenz des Dharma besteht darin, die existenzielle Verbundenheit mit der Welt als Basis zu verwenden, um für sich selbst und alle anderen – auch die zukünftigen Wesen – Verantwortung zu übernehmen. Achtsamkeit und buddhistisch begründetes Mitgefühl sind vorzügliche Kraftquellen sowohl für den Umgang mit Krisen als auch für die Bewältigung einer großen Transformation.

 

Anna Brychcy: Die Ansatzpunkte können sehr unterschiedlich aussehen. Für manche Menschen ist das Handlungsfeld Ökologie, für andere die Ökonomie, für andere die persönliche Entwicklung. Es geht ja gerade darum, in dieser hochkomplexen Krise und in einer zersplitternden Gesellschaft eine gemeinsame Vision auszumachen. Die buddhistische Lehre und Praxis kann dabei einen originären Beitrag leisten.

 

Nils Clausen: Genau. Die jetzt notwendige Transformation kann nur gelingen, wenn sie auf allen Ebenen in Gang kommt. Dabei geht es nicht darum, einzelne Verhaltensweisen anzupassen, sondern insgesamt eine andere Haltung einzunehmen, aus der sich auf allen Ebenen neue Verhaltensweisen ergeben.

 

Buddhismus aktuell: Kritische Nachfrage: Was hilft es der Transformationen, wenn Buddhistinnen und Buddhisten sich in ihren vertrauten Kreisen zusammensetzen und einander über die Wirksamkeit einer langjährigen Meditations- und Lebenspraxis vergewissern? Hat der Wandel Zeit, auf unsere – langsamen, persönlichen – Wandlungsprozesse zu warten?

 

Anna Brychcy: Sich in der eigenen Komfortzone der eigenen und gemeinsamen Ressourcen zu versichern, ist erst einmal nichts Schlechtes und kann gerade in dieser hochkomplexen Krise zu einer Stärkung der eigenen Handlungsfähigkeit führen. Um aber nicht in einem betäubenden oder abgenabelten Zustand zu verweilen, hilft immer wieder die Konfrontation mit anders denkenden, anders lebenden, anders fühlenden Menschen.

 

Manfred Folkers: Die große Herausforderung besteht darin, einen grundsätzlichen Wandel erst einmal wollen zu müssen. Wer auf dem Kissen sitzen bleibt, hat Buddhas Dharma nicht verstanden. Wer Verstehen und liebende Güte entwickelt, ist zum Handeln aufgerufen und findet „Freude am Bewirken“ (samtusta).

 

Nils Clausen: Ich bin überzeugt, dass es in dieser Situation dringend notwendig ist, gemeinsam darüber nachzudenken, was buddhistische Praxis jetzt bedeutet. Traditionell gehören Meditation und Dharmavorträge dazu. Doch wir sollten weitere Formen kultivieren – den interreligiösen Dialog, Seelsorge, wohltätiges Wirken und eben auch das aktive Engagement für Ziele, die sich aus den Werten unseres Dharma eindeutig ergeben.

 

Buddhismus aktuell: Gibt es schon einige konkrete Ideen, was in er Zeit passieren könnte, in der sich die DBU ein so umfassendes und gewichtiges Schwerpunktthema setzt?

 

Manfred Folkers: Die DBU besteht ja aus vielen Kreisen wie dem Rat der DBU, den Mitgliedsgemeinschaften, den Einzelmitgliedern, mehreren Arbeitsgruppen. Sie alle können die Themen „Krisen und Wandel“ diskutieren. Ich denke auch an Online-Seminare, Vortragsreihen, Artikel in BUDDHSMUS aktuell.

 

Anna Brychcy: Natürlich können wir als Rat Impulse setzen, sollten die Menschen in der DBU aber auch aktiv fragen: Wie geht ihr mit der Herausforderung um? Wie versteht ihr Transformation? Was tut ihr bereits aktiv?

 

Nils Clausen: Meines Erachtens geht es auch darum, öffentlich Position zu beziehen und sichtbar zu handeln. Fridays for Future und Xtinction Rebellion haben gezeigt, wie viel Aufmerksamkeit und Wirkung erzielt werden kann, wenn man fantasievolle und manchmal auch provozierende Arten der Kommunikation einsetzt. Auch wir sollten uns über neue Aktionsformen Gedanken machen.

Buddhismus aktuell: Stichwort andere aktive Gruppen: Mit wem könnten, sollten sich Buddhistinnen und Buddhisten und die DBU vernetzen, wer sind natürliche Bündnispartner:innen?

 

Nils Clausen: Es gibt glücklicherweise viele andere zivilgesellschaftliche Institutionen und Personen, die die Situation und die notwendigen Veränderungen ganz ähnlich sehen wie wir. Mit ihnen können wir starke Allianzen eingehen, uns intensiv vernetzen und gemeinsam handeln. Dabei bleibt es natürlich essentiell, den spezifisch buddhistischen Beitrag zu formulieren und zum Teil einer Lösung zu machen.

 

Manfred Folkers: Vor allem regional und lokal sollte mit Gruppen zusammengearbeitet werden, die sich für soziale, ökologische und kulturelle Alternativen zur gegenwärtig vorherrschenden Lebensweise einsetzen. Auf diese Weise kann die DBU nach außen zeigen, dass sie Stellung bezieht. Konkret denke ich an Bündnispartner:innen wie das Abrahamische Forum, die schon genannten Fridays for Future und Xtinction Rebellion, die Klima-Allianz. Auch eigene Aktionen sind denkbar wie Geh-Meditationen in Einkaufsvierteln, vor einem Schlachthof, einer Raffinerie oder einer Zementfabrik. Daran würden sich sicher auch Nicht-Buddhisten und -Buddhistinnen gern beteiligen. Die DBU und mit ihr alle Buddhistinnen und Buddhisten sollten sich nicht vor „think big“ scheuen und das Ganze im Blick behalten – die ganze Erde, den ganzen Menschen und das ganze Leben.

 

Das Interview führte Susanne Billig (Chef-Redakteurin)

 

Dieses Interview erschien in der Buddhismus aktuell 2/02021.

Nils Clausen und Anna Karolina Brychcy sind im Rat und im Vorstand der Deutschen Buddhistischen Union. Manfred Folkers ist ebenfalls Ratsmitglied und leitet die Umwelt-AG. 


16. -19.9.02021: DHARMA UND ENGAGEMENT

Achtsam handeln inmitten von Krisen

 

Ein Kurs mit Manfred Folkers im EIAB (Waldbröl) (Kurs-Nr. K2137-2)

Es ist nicht leicht, existenzielle Krisen wie den Klimawandel, den Artenschwund und die Auswüchse der Gier-Wirtschaft genau anzuschauen. Mit Hilfe der Einsichten des Buddha lassen sich diese Bedrohungen vom Ursprung her verstehen, um sie annehmen und mit Achtsamkeit und Mitgefühl bewältigen zu können. - Eingebettet in den Tagesablauf der EIAB-Sangha wollen wir Anregungen sammeln und Kraft schöpfen für einen heilsamen Umgang mit Mensch und Welt.

Das Programm: Impuls-Vorträge, Austausch, Schweigezeiten, Qigong-Übungen, Erdberührungen und Geh-Meditationen. (Infos: www.eiab.eu)

(www.eiab.eu/termine?action=ShowDetails&id=d166a104-621f-11eb-9638-326d53cde1cd)


Bild:  ©TheOtherKev at Pixabay
Bild: ©TheOtherKev at Pixabay

Lerchenstunde

 

Erschöpft

liegen

im Dünensand.

- Sonnenschein.

 

Müde

Muskeln

erholen sich.

- Vom Strandgang.

 

Pause.

Kaffee.

Käsebrötchen.

- So lecker.

 

Friedlich

dösen.

Ruhe kehrt ein.

- Wird zu Schlaf.

 

Zwitschern.

Trällern.

Beide Ohren

- auf Empfang.

 

Gesang.

Himmel.

Lerchentöne.

- Hier und jetzt.

 

Vogel-

stimme.

Echter Wohlklang

- der Natur.

 

Lerchen-

stunde.

Reine Wonne

- für den Geist.

 

(Manfred Folkers)

 

 

Dieses ‘Gedicht‘ entstand Ende März 02021 nach einer Wanderung zur Ostspitze der Nordseeinsel Spiekeroog.


All we need is less

Corona, Buddha und andere Motive für eine Kultur des Genug

Noch wehren sich viele Menschen gegen die unbequeme Wahrheit, dass unsere Zivilisation auf einen Abgrund zusteuert. Die Corona-Pandemie ist nur ein Vorgeschmack, denn größere Krisen wie der Klimawandel und das Artensterben rücken näher. Sie entstehen aus dem zentralen Widerspruch unserer Zeit - dem Wachstumswahn auf einem endlichen Planeten. Dieses Dilemma lässt sich nur überwinden, wenn dessen Ursachen identifiziert worden sind.

 

Klar ist: Es waren Menschen, die diese Gesellschaftsform aufgebaut und mit ihren Motiven und Handlungen gestaltet haben. Es ist ihr „mehr haben wollen“, das sich zu einer Wachstumsdoktrin verfestigt hat. Es ist ihr gemeinsames und gleichzeitig trennendes Streben nach „mehr als andere haben wollen“, das sich nun als Wettbewerbs- und Konkurrenzdruck zeigt. Und von den ökologisch und sozial schädlichen Folgen dieses Vorgehens lenken sie sich mit der Befürchtung ab, ein Abweichen von diesen Wegen und Prinzipien sei erst recht katastrophal.

 

Vom Wachstumssystem ist keine Umorientierung zu erwarten, denn es sieht sich ohne Alternative. Diese Wirtschaftsform kann sich eine Ökonomie ohne Expansion und Konsumsteigerungen nicht einmal vorstellen. Bei ihrer Jagd nach Profit und Marktmacht ignoriert sie alle Warnungen und planetaren Grenzen. Ihr ist nie etwas genug. Statt Befriedigung zu finden sucht sie ständig nach Lücken und neuen Geschäftsfeldern oder wirbt für neue Wünsche und Trends.

 

Auswege aus dieser Sackgasse können deshalb nur von den einzelnen Menschen gefunden und beschritten werden. Als Teil des Problems sind sie auch Teil der Lösung. Solange sie den ökologischen Fußabdruck übertreten, sind sie kleine Motoren eines unheilsamen Prozesses. Sobald sie ihr Handeln an einer enkeltauglichen Zukunft ausrichten, arbeiten sie für eine heilsame Perspektive.

 

Die Corona-Krise weist auf die größte Hürde dieses Wandels hin. Die meisten Menschen sind zwar zu kurzfristigen Einschränkungen bereit, wenn sie danach zu den alten Gewohnheiten zurückkehren dürfen. Ein nachhaltiger Umschwung benötigt jedoch ihren festen Willen, die bisher ins Mehrungswesen gesteckte Kraft dauerhaft für eine Transformation einzusetzen. Im Idealfall sollte niemand zu einem Richtungswechsel gezwungen werden, sondern möglichst alle sollten diese Wende aus Überzeugung anstreben oder aus vollem Herzen wünschen.

 

Neue Motive braucht das Land, braucht die Wirtschaft, braucht jeder Mensch. Um sich vom Drang nach Mehrung zu befreien, bieten Ziele wie „genug ist genug“ und „all we need is less“ quantitativ überprüfbare Beweggründe an. Diese von Behutsamkeit durchdrungene Motivation ist flexibel und verhandelbar. Ihre Ergebnisse fallen unterschiedlich aus, weil die Erde groß, die Menschheit bunt und das „zu viel“ extrem ungleich verteilt ist.

Schwieriger auszutarieren ist der Inhalt der Motive für eine Kultur des Genug, da sie auf individuellen Erfahrungen, Einsichten und Entscheidungen beruhen. Wer sich freiwillig, überzeugt und rechtzeitig für eine soziale und ökologische Wende engagieren möchte, sollte allerdings offen sein für Anregungen aller Art.

 

Interessant und hilfreich sind zum Beispiel einige Überlegungen des Buddha, der vor 2.500 Jahren mit „Gier, Aggression und Verblendung“ ausgerechnet jene Antriebskräfte als Ursachen von menschlichem Leid identifiziert hat, die sich heutzutage als Wachstumsprinzip, Konkurrenzdenken und Folgenleugnung zu einer Art „Gier-Wirtschaft“ gemausert haben. Außerdem hat der Buddha einige einfache Praktiken für eine ausgewogene Lebensgestaltung vorgeschlagen.

 

Mit der Meditation empfiehlt er eine Übung, sich ganz und in Ruhe bewusst der Gegenwart zuzuwenden, um das Dasein als ständige Bewegung und die eigene Anwesenheit als existenzielle Verbundenheit mit dem Universum zu erleben. Wer sich derart willkommen weiß in dieser Welt, wird verantwortlich handeln und ohne Verzichtsgefühle einen - schon vom Buddha empfohlenen - „Mittleren Weg“ beherzigen, weil von einer grundsätzlichen Zufriedenheit aus gesehen „weniger“ eigentlich nur bedeutet: „anders“. Mit dieser Einstellung lässt sich auch in begüterten Regionen ein maßvolles Handeln verwirklichen, das sowohl Armut und Hunger als auch Überfluss und Verschwendung vermeidet.

 

Während der Corona-Krise lässt sich beobachten, welche Maßnahmen nötig und möglich sind, um das Leben von Menschen zu retten, die nah und sichtbar sind. Diese Anteilnahme wird durch die buddhistische „Liebende-Güte-Meditation“ auf alle lebenden und die noch nicht geborenen Wesen ausgedehnt, ohne auf Dürren, Fluten, Missernten, Epidemien und ähnliche Katastrophen zu warten. Dieses umfassende Mitgefühl führt nicht nur zu einem Protest gegen die Zerstörung der Mitwelt, sondern auch zu einer Aufforderung an die Politik, neben dem ganzen (Alltags-) Leben immer auch das Leben als Ganzes im Blick zu behalten, also global und enkeltauglich zu denken und lokal zu handeln.

 

Auf dieser Grundlage lässt sich eine Postwachstums-Gesellschaft aufbauen, in der soziale Absicherung, Gesundheit, Bildung, Kultur usw. nicht mehr vom Mehrungswesen abhängig sind. Mit diesem Konzept entsteht eine Lebensweise, die von Nähe und Fürsorge bestimmt wird und sich durch Teilen und Teilhabe, Haltbarkeit und Reparieren, Recycling und Naturschutz, Genügsamkeit und Grundsicherung, Gemeinwohl und Genossenschaften usw. auszeichnet.

 

Zentrale Kraftquelle für die kreative Überwindung des Wachstumswahns auf unserem endlichen Planeten und für die Gestaltung einer Kultur des Genug ist jedoch ein Ziel, das der Buddha dem Leben gab und ihm den Ehrentitel „der Erwachte“ einbrachte: „Wake up - wach auf!“, meinte er. „Schau Dir die Welt hier und jetzt unvoreingenommen und achtsam an. Und engagiere Dich.“

 

Beitrag von Manfred Folkers für einen Podcast des oekom-Verlags

zum Buch:

 

„All you need is less" Manfred Folkers / Niko Paech

Die Kultur des Genug aus ökonomischer und buddhistischer Sicht

(oekom verlag; 240 Seiten; 20 €; ISBN: 978-3-96238-058-8; März 02020)

„Achtsamkeit und Nachhaltigkeit sind in aller Munde. Sie sind die zentralen Pfeiler der modernen-Suffizienz-Bewegung, aber auch der Lehre des Buddha. Die Autoren loten aus, welche Potenziale diese Konzepte enthalten, um den Wachstumspfad zu verlassen und eine Kultur des Genug zu entwickeln.


Download
Program 2. Quartal Achtsamkeit-in-OL 2021
Hier können Sie das Programm herunterladen.
Gelbinfo Mai bis August 2021.pdf
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